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Hilfe für Gewaltopfer

Kreiskrankenhaus Gummersbach beteiligt sich an Projekt „Anonyme Spurensicherung“

Die Kölner Silvesternacht und die "Me too"-Kampagne haben das Leid von Opfern sexueller Gewalt in den Focus der Öffentlichkeit gerückt. Um den Frauen in Oberberg, die sexuell belästigt oder vergewaltigt wurden, zu helfen, hat die Kreisverwaltung zusammen mit dem Kreiskrankenhaus Gummersbach, der Helios Klinik Wipperfürth, dem Rechtsmedizinischen Institut Köln und verschiedenen Beratungsstellung im Kreis im Herbst 2017 das Projekt "Anonyme Spurensicherung" ins Leben gerufen.

Dabei geht es darum, dass Betroffene nach einer Vergewaltigung im Krankenhaus anonym versorgt werden und die Spuren der Gewalttat sichern lassen können. Die Opfer können mit Abstand darüber nachdenken, ob sie gegen den Täter Anzeige erstatten wollen. Eine Frau ist seit Bestehen des Projektes bislang anonym versorgt worden, erzählt Dr. Clemens Bartz, Leitender Oberarzt der Klinik für Gynäkologie am Kreiskrankenhaus Gummersbach. "Die Dunkelziffer betroffener Frauen wird weitaus höher sein", vermutet der Mediziner.

307 Frauen sind 2017 laut Polizeisprecherin Monika Treutler im Oberbergischen Kreis Opfer sexueller Gewalt geworden. Opfer von Vergewaltigungen seien oft so traumatisiert, dass sie sich lange nicht trauten, Anzeige zu erstatten oder über das Erlebte zu sprechen, so Dr. Bartz, der an der Uniklinik Aachen und am Klinikum Saarbrücken das Projekt bereits kennen gelernt hat. Die anonyme Spurensicherung ermöglicht eine gerichtsverwertbare Spurensicherung und medizinische Befunddokumentation und gibt den Opfern bis zu zehn Jahre Zeit, Anzeige zu erstatten - ohne dass mögliche Tatspuren verloren gehen. "Eine Frau, der gerade sexuelle Gewalt angetan wurde, weiß meist nicht, wo sie Begleitung findet", weiß Dr. Bartz. Im Krankenhaus findet sie Hilfe.

"Es ist wichtig, dass eine Freundin oder die Mutter das Hilfsangebot kennen und die Betroffene an die Hand nehmen und zu uns kommen. Wir sind rund um die Uhr da", betont Dr. Bartz. Um gerichtsverwertbare Spuren zu sichern, muss die Frau allerdings schnell handeln. "Sie darf nicht duschen und die Wäsche wechseln." Im Kreiskrankenhaus Gummersbach kümmert sich der diensthabende Oberarzt um das Gewaltopfer. Proben und Bilder von den Verletzungen werden mit einer Chiffrenummer versehen und zum Rechtsmedizinischen Institut nach Köln geschickt. Das Hilfsangebot ist für die Betroffene kostenlos.

"Die Frau kann sich dem Arzt anvertrauen und ihm das Erlebte erzählen", erklärt Dr. Bartz. Der Arzt wird seinen Befund und die Schilderungen dokumentieren und gesondert aufbewahren. "Die Dokumentation wandert nicht ins digitale Archiv der Klinik, um die Anonymität zu gewährleisten", so der Mediziner. Außerdem erhält das Gewaltopfer Rat über weitere Hilfen und Ansprechpartner in Beratungsstellen. Sollte sich die Frau entschließen, sofort Anzeige gegen ihren Peiniger zu erstatten, wird der behandelnde Arzt den Kontakt zur Kriminalpolizei herstellen. Sollte die Betroffene erst Jahre später Anzeige erstatten, dann kann der Mediziner der Frau als Zeuge vor Gericht zur Seite stehen. Dr. Bartz: "Wir als Gynäkologen sind daran interessiert, dass betroffene Frauen Hilfe bekommen in Form von Behandlung, Beratung und Unterstützung. Wir wollen den Frauen den Rücken stärken und den Heilungsbeginn starten."


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