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13.03.2019

Schwere Brandverletzungen in Afghanistan erlitten

Der kleine Junge, den auf der Kinderstation alle Yahya nennen, läuft mit einem dicken Verband am rechten Unterarm lachend über den Flur. Seine schwere Hand-Operation hat er gut überstanden. Im Alter von sieben Monaten hat sich der heute sechsjährige Junge aus Afghanistan schwere Brandverletzungen an beiden Händen und im Gesicht zugezogen. Über die Hilfsorganisation „Friedensdorf international“ ist Yahya nach Deutschland gekommen, weil die medizinische Versorgung für ihn in Afghanistan nicht möglich war.

 

Jan Raphael Hohbach, Chefarzt des Departements Handchirurgie der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie, Hand-, Fuß- und Wiederherstellungschirurgie des Klinikum Oberberg hat Yahyas Hand operiert. „Yahya lebt in sehr armen Verhältnissen. Seine Familie kocht auf dem offenen Feuer. Daran hat er sich als Baby schwer verbrannt“, berichtet Hohbach. Die Verbrennungen an der rechten Hand seien sehr massiv. Finger sind nicht mehr zu erkennen, die Hand nur noch eine Faust. „Yahya ist inzwischen das dritte Mal bei uns“, berichtet der Handchirurg. Zuerst habe er die linke Hand operiert. „Die Vernarbungen an der linken Hand waren weit weniger schlimm, so dass Yahya inzwischen links alle Finger nutzen kann. Lediglich der Mittelfinger ist steif geblieben.“ Als der kleine Afghane das zweite Mal zur Behandlung nach Gummersbach ins Handzentrum kam, löste Hohbach den Daumen aus der Faust der rechten Hand. Die schwierigste Operation folgte nun: „Wir wollten die Finger extrahieren, was aber leider nicht komplett möglich ist. Wir konnten zwei Stränge herausbilden, die Yahya zumindest das Greifen ermöglichen werden“, erklärt der Handspezialist. Dafür musste Haut aus seinem Oberschenkel entnommen werden, die an die Hand verpflanzt wurde. Ziel der OP sei es, die Funktionalität der Hände so gut wie eben möglich wiederherzustellen, erklärt der Chirurg.

 

Yahya war fünf Tage im Kreiskrankenhaus Gummersbach, wo sich die Schwestern und Ärzte der Kinderklinik und der Handchirurgie liebevoll um ihn gekümmert haben. Hohbach ist mit dem Verlauf der Wundheilung zufrieden, er will seinen kleinen Patienten zurück ins Friedensdorf entlassen. Dort hat Yahya Freunde unter den anderen Kindern, die ein ähnliches Schicksal wie der Sechsjährige erlitten haben. „Die Kinder sind im Friedensdorf hervorragend betreut. Verbandswechsel und Medikamentenversorgung funktionieren sehr gut, auch Physiotherapeuten kümmerten sich um die Kinder“, weiß Hohbach. Etwa viermal im Jahr versorgen er und seine Kollegen Kinder, die über „Friedensdorf international“ Hilfe suchen. „Wir stellen keine Rechnung, die Kosten übernimmt das Klinikum Oberberg“, sagt der Chefarzt.

 

Yahya kommt in einer Woche noch einmal zur Kontrolle ins Kreiskrankenhaus nach Gummersbach. Wenn seine Hand gut heilt, geht es für ihn im Sommer wieder zurück nach Hause.

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