Am Anfang einer erfolgreichen Therapie steht immer das persönliche Gespräch.

Diagnose bei tastbaren Befunden

1. Schritt (ambulant)
Sie oder Ihr Frauenarzt haben in Ihrer Brust (durch Tasten / Ultraschall) eine Veränderung festgestellt. Sie können alle weiteren Schritte mit ihm planen. Bleiben Unklarheiten, muss Ihr Frauenarzt Sie zu einem Radiologen überweisen, der ebenfalls Brustspezialist ist und eng mit einem spezialisierten Pathologen zusammenarbeitet.

Wichtig:
Lassen Sie sich möglichst von allen Untersuchungen eine Kopie des Befundberichts aushändigen.

2. Schritt (ambulant)
Der Radiologe oder Gynäkologe untersucht Ihre Brust mit Bildgebenden Verfahren (Mammographie/Ultraschall), beurteilt diese und entnimmt dann unter Sichtkontrolle eine Biopsie aus dem Knoten. Der Radiologe oder Gynäkologe schickt die Gewebeprobe umgehend mit seinem schriftlichen Befund zum Pathologen.

Wichtig:
Eine tastbare Veränderung muss immer durch eine Gewebeprobe geklärt werden. Mammographie und/oder Ultraschall alleine erlauben keine sichere Aussage über Gut- oder Bösartigkeit. Ausnahme: eindeutige Zysten.

3. Schritt (ambulant)
Der Pathologe stellt die Diagnose. In seinem Bericht an den Gynäkologen und Radiologen muss er sich auch dazu äußern, ob seine Beurteilung mit dem Befund des Radiologen übereinstimmt.

4. Schritt (ambulant)
Ein Team aus Radiologe, Pathologe und Operateur / Frauenarzt berät die Untersuchungsergebnisse. Es prüft die Übereinstimmung zwischen den Befunden des Radiologen und des Pathologen und verständigt sich auf eine Empfehlung.

Es gibt drei Möglichkeiten:

  • Sicher gutartiges Ergebnis: Keine Operation. Die Art und der Zeitabstand künftiger Kontrolluntersuchungen müssen verbindlich festgelegt werden.
  • Unsicheres Ergebnis: Ergänzende Untersuchungen, beispielsweise Brust-MRT oder erneute Gewebeprobe. Dann geht es wieder bei Schritt 2 los.
  • Sicher bösartiges Ergebnis: Operation erforderlich. Gemeinsame Planung, wie die Operation durchgeführt werden muss (Schritt 5). Aufklärungsgespräch mit Ihnen über den gemeinsam erarbeiteten Vorschlag. Beratung zu bestehenden Alternativen (beispielsweise: Umgang mit der Entfernung der Lymphknoten oder kosmetische Aspekte bei der Brustkrebsoperation).

Wichtig:
Wenn Sie einen großen Tumor haben (über drei Zentimeter), oder eine ungünstige Tumor/Brust-Relation, gibt es die Möglichkeit, ihn vor der Operation durch eine Chemo- oder Anti-Hormon-Therapie zu verkleinern.

Weitere Schritte (stationär) >>

5. Schritt
Während der Operation muss durch korrekte Kennzeichnungen (Markierungen) des entfernten Brustgewebes dem Pathologen die Möglichkeit gegeben werden, die Lage der Tumorränder genau zu beurteilen. Das möglichst vollständige Gewebeteil, geht mit den Röntgenbildern und einer Skizze des Operationsgebietes zum Pathologen. Dieser meldet dem Operateur sofort seine erste Beurteilung zurück, ob aus seiner Sicht die Operation erfolgreich war und der Tumor im Gesunden entfernt wurde. Erst danach kann die Operation beendet werden.

6. Schritt
Der Pathologe untersucht das Gewebe unter dem Mikroskop, stellt die Diagnose und gibt seinen schriftlichen pathologischen Befund ab. Dafür benötigt er alle radiologischen Bilder und Befunde sowie einen genauen Bericht des Operateurs (Operationsbericht) als Ergänzung zu der bereits vorliegenden Skizze. Erst bei dieser Untersuchung kann der Pathologe endgültig beurteilen, ob der Tumor restlos („im Gesunden“) und mit ausreichendem Sicherheitsabstand entfernt wurde.

7. Schritt
Gemeinsame Beratungen des pathologischen Befundes. Überprüfung, ob die größtmögliche Sicherheit bei der Operation erreicht wurde. Besprechung, welche Folgen daraus für Sie als Patientin entstehen: Beispielsweise, zweite Operation, Strahlentherapie, medikamentöse Nachbehandlung.

8. Schritt
Nun werden Sie über die Diagnose aufgeklärt – insbesondere über Einzelheiten Ihres pathologischen Befundes. Dieser ist die Basis für die anschließende Beratung über weitere Behandlungsmöglichkeiten. Haben Sie sich für ein Behandlungskonzept entschieden, brauchen Sie ein neues Expertenteam. Es besteht aus einem Frauenarzt, einem Onkologen, einem Strahlentherapeuten und einer Psychotherapeutin (Psychoonkologin).

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das:

Brustzentrum Oberberg
Wilhelm-Breckow-Allee 20
51643 Gummersbach

Telefon: 0 22 61.17 15 59
Telefax: 0 22 61.17 20 01

sabine.betz@klinikum-oberberg.de
karin.messner@klinikum-oberberg.de