Am Anfang einer erfolgreichen Therapie steht immer das persönliche Gespräch.

Apparative Ausstattung

Die Klinik verfügt über modernste technische Ausstattung. Vor Beginn der eigentlichen Bestrahlung müssen umfangreiche Berechnungen durchgeführt werden. Hierfür steht ein moderner 3-dimensioneller Bestrahlungscomputer zur Verfügung. Damit dieser Computer weiss, wie die Anatomie der jeweiligen Patientin ist, wird eine spezielle Untersuchung mit einem Computertomographen (Planungs-CT) durchgeführt. Durch eine eigene Datenverbindung können diese Daten rasch in das Planungssystem eingespeist werden. Der errechnete Bestrahlungsplan wird mit Hilfe eines Therapie-Simulators auf die Patientin übertragen. Erst anschließend beginnt die eigentliche Bestrahlung an einem Linearbeschleuniger der neusten Generation. Dieser lädt automatisch die Patientendaten vom Planungssystem und überprüft mit Hilfe eines eigenen Durchleuchtungssystems (Therapie-Verifikation) die Richtigkeit der Bestrahlung.

Wann ist eine Strahlentherapie sinnvoll?

Eine Strahlentherapie wird dann empfohlen, wenn dadurch die Heilungsergebnisse nachweislich verbessert werden können und gleichzeitig das Risiko für bleibende Bestrahlungsfolgen unter 5% bleibt. Dabei unterscheidet man eine Bestrahlung der Brustdrüse nach brusterhaltender Operation von einer Bestrahlung der Brustwand nach Brustamputation (Ablatio). Nach alleiniger brusterhaltender Operation besteht ein Rückfallrisiko von bis zu 35%, wenn man auf die Nachbestrahlung der Brustdrüse verzichtet. Dieses Risiko lässt sich mit einer Nachbestrahlung auf unter 10% reduzieren. Deshalb wird die Strahlentherapie hierbei regelmäßig empfohlen.

Dagegen wird in der Regel nach Brustamputation nicht bestrahlt. Ausnahmen sind allerdings Risikofälle, z. B. wenn der Tumor sehr groß war oder an mehreren Stellen gleichzeitig vorkam.

Eine zusätzliche Bestrahlung der Lymphabfluss-Regionen wird ebenfalls nur in Risikofällen durchgeführt, z. B. bei einem Befall von mehr als drei entfernten Lymphknoten oder auch, wenn der Tumor die Lymphknotenkapsel durchbrochen hatte.

Häufig wird eine zusätzliche Chemotherapie empfohlen. In diesem Falle wird die Strahlentherapie in der Regel erst nach Abschluss der Chemotherapie durchgeführt, um unnötige Risiken von Nebenwirkungen zu verringern.

Die Bestrahlungsdosis

Die Dosis der Bestrahlung wird in der Einheit Gray (Abk. Gy) angegeben. Die in sog. Leitlinien empfohlene Gesamtdosis beträgt 50 Gy für die gesamte Brustdrüse. Zusätzlich wird empfohlen, dass bei größerem Tumor, knappen Resektionsgrenzen oder jüngeren Patienten eine Dosiserhöhung (Boost) im eigentlichen Tumorbett von 6 Gy - 16 Gy durch-geführt wird. Diese Bestrahlungsdosis wird in einmal tägliche Portionen (Fraktionen) von 1.8 Gy aufgeteilt (Mo-Fr). Eine Unter- oder Überdosierung kann mit Hilfe der zuvor durchgeführten Bestrahlungsplanung nahezu ausgeschlossen werden.

Bestrahlungsablauf

Als allererstes erfolgt ein Informations- und Aufklärungsgespräch über den Ablauf der Behandlung sowie mögliche Nebenwirkungen. Vor Beginn der eigentlichen Bestrahlung wird dann die Bestrahlungsplanung durchgeführt. Diese besteht in der Klinik für Strahlentherapie aus drei Terminen. Zunächst wird die Patientin in einer speziellen Lagerungshilfe (Kombiboard) gelagert, damit sichergestellt ist, dass während der gesamten Behandlungszeit die Patientin identisch liegt. Anschließend erfolgt in dieser Lagerungshilfe das Planungs-CT (s.o.). Als dritter Termin werden dann in der Therapie-Simulation (s.o.) die errechneten Bestrahlungsfelder mittels Zielmarkierungen auf die Haut der Patientin übertragen. Anschließend erst erfolgt die eigentliche Bestrahlung. Diese wird einmal täglich durchgeführt (Mo-Fr), dauert lediglich wenige Minuten und ist ambulant.
In der Klinik für Strahlentherapie erhalten hierfür diePatientinnen einen festen Termin mit Uhrzeit, so dass unnötige Wartezeiten verringert werden können. Einmal pro Woche erfolgt eine kurze ärztliche Kontrolle der Bestrahlungsfelder, in der Regel mittwochs. Zusätzlich können Sie natürlich auch außerhalb dieser Zeit mit dem behandelnden Arzt sprechen. Am letzten Tag erfolgt dann ein ärztliches Abschlussgespräch. Insgesamt muss mit einer Therapiedauer von 5 1/2 bis 6 1/2 Wochen gerechnet werden.

Nebenwirkungen

Eine Strahlentherapie der Brustdrüse erzeugt am gesunden Gewebe eine akute Entzündungsreaktion. Diese ist streng auf das Bestrahlungsfeld begrenzt. Das bedeutet, dass sich die Haut meist in der 3.- 4. Behandlungswoche rötet. Zusätzlich kann ein Spannungsgefühl innerhalb der Brustdrüse (auch „Stiche”) auftreten. In 5% bis 10 % der Fälle (besonders bei kräftiger Brust, in Hautfalten) kommt es zu einer stärkeren Hautentzündung, wobei sich vorübergehend auch offene oder nässende Stellen zeigen können. Vorbeugen kann man dieser Entzündungsreaktion wenig. Man sollte nach Möglichkeit dafür sorgen, dass man luftige, nicht eng anliegende Bekleidung trägt, welche Feuchtigkeit aufnimmt (Baumwolle). Die Haut kann vorsichtig gewaschen werden, allerdings nur mit klarem Wasser. Parfüms, Deos etc. sollten vermieden werden. Bei leichter Hautrötung ohne offene Stellen kann man eine Wund und Heilsalbe benutzen, bei stärkerer Entzündung erfolgt eine Beratung durch den Strahlenarzt. Letztendlich klingen in fast allen Fällen diese akuten Entzündungen, auch wenn sie ausgeprägt sein sollten, nach Ende der Behandlung innerhalb von 2 - 4 Wochen wieder ab. Zusätzliche Nebenwirkungen können in einem Müdigkeitsgefühl (Fatique) bestehen.

Selten nur gibt es bleibende, chronische Behandlungsfolgen. So kann es in 5% der Fälle zu bleibenden Hautveränderungen kommen, die kosmetisch stark auffallend sind (Verfärbungen, Verhärtungen). Bei Mitbestrahlung des Lymphabflusses kann es zu einem Lymphstau (Lymphödem) des Armes kommen (5% - 15%). Lungenentzündungen sind heutzutage selten (ca. 10/0), noch seltener Herzschäden.

Erreichbarkeit

Die Klinik für Strahlentherapie finden Sie in der 2. Ebene des Kreiskrankenhauses Gummersbach.

Terminabsprache über:

Tel.: 0 22 61.17 15 91
Fax: 0 22 61.17 14 20