Die Therapie erfolgt als befundgerechte und planmäßig serielle Anwendung von speziellen Therapiemitteln.

Propriozeptive Einlagen sind Aktiveinlagen, die Muskelspannungen und Haltung des gesamten Körpers verbessern. Die Muskeln finden ihr Gleichgewicht.

Wann propriozeptive Einlagen?

Bei:

  •     Muskeldysbalancen (= gestörtes Zusammenspiel der Muskeln) aller Körperregionen,
  •     chronischen Rückenschmerzen,
  •     sog. vorderen Knieschmerzen,
  •     Bissstörungen (craniomandibuläre Dysfunktion),
  •     Wirbelsäulenfehlhaltung,
  •     Belastungsschmerzen der Wirbelsäule und Gelenke,
  •     Spastik,
  •     Fersensporn…

Im Grunde profitieren alle „Nichtbarfußläufer“ von diesen stimulierenden Einlagen.

Sonderindikation: ADHS (= Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) >>

Beim ADHS sind die Kinder nicht zu wenig aufmerksam, sondern langweilen sich bei dem Thema, auf das sie sich konzentrieren sollen. Sie bekommen also zu wenig Anregungen und schenken ihre Aufmerksamkeit lieber anderen Dingen (aus: „Kleine Anleitung zum Klugsein“ von Ellen J. LANGER).

Beispiel: Im Schulunterricht sollen die Kinder einen Text abschreiben über die Nahrungssuche von Ameisen. Ihr Kind findet das Thema und die Tätigkeit des Abschreibens langweilig und interessiert sich viel mehr für die anatomische Funktion von Ameisenbeinen und überlegt, wo die an ihren dünnen Beinen eigentlich Muskeln haben. Dabei schaut Ihr Kind aus dem Fenster. Der Lehrer ermahnt zur „Aufmerksamkeit“, obwohl Ihr Kind wesentlich kreativer vorging als der Rest der Klasse.

Beim ADHS sind die Kinder hyperaktiv, da sie zu wenig Reize bekommen. Zu wenig geistige und zu wenig körperliche (propriozeptive) Reize; deshalb bewegen sie sich ständig vermehrt, um mehr Reize zu erhalten. Hier wirken die propriozeptiven Einlagen, da sie Ihrem Kind mehr körperliche Reize / Informationen über die Fußsohlen geben! Ihr Kind wird ruhiger, zufriedener und kann sich leichter auf ein Thema konzentrieren.

Warum sind die Fußsohlen so wichtig? >>

Sie spielen eine herausragende Rolle, da sie im Stehen und Gehen die einzige Körperoberfläche mit Druckkontakt zum Boden sind. Dieses ist nur eine sehr geringe Fläche, über die der Körper für sein Bewegungssystem gegen die Schwerkraft Informationen erhält. Und diese Lauffläche packen wir in starre Schuhe und gehen damit auf begradigtem harten Betonboden. So gehen uns die Informationen des Barfußganges im Gelände verloren, worunter unser Körper leiden muss.

Die Wirkungsfläche gegen die Schwerkraft verkleinert sich während des ersten Lebensjahres erheblich. Im Mutterleib schwimmen wir als ungeborene Kinder im Fruchtwasser und fühlen einen leichten gleichmäßigen Druck an der gesamten Körperoberfläche (= 100%). Nach der Geburt werden wir auf den Rücken oder Bauch gelegt und nur noch die Hälfte unseres Körpers erhält Druckreize (50%) durch die Erdanziehungskraft. Beim Krabbeln vermindert sich diese Kontaktfläche auf Handflächen und Unterschenkel (ca. 10%). Wenn wir mit einem Jahr anfangen zu laufen haben nur noch die Füße Bodenkontakt (ca. 2%) – ausgerechnet die Füße, die zuvor kaum Erfahrungen mit Druckkontakt gegen die Schwerkraft sammeln konnten. Kein Wunder, dass wir uns alle mit den ersten Schritten schwer tun! Beim Laufen bekommen wir jetzt nur noch Informationen aus den Rezeptoren der Füße und müssen damit Körperhaltung, Bewegung und Gleichgewicht aufrechterhalten.

Vergleich herkömmlicher und propriozeptiver Einlagen

Herkömmliche klassische Einlagen

 

Propriozeptive Einlagen

Prinzip: Passive Korrektur der Fußform.

 

Prinzip: Aktive Einlagen zur ganzheitlichen Steuerung der gesamten Körpermuskulatur.

„Fehlformen“, die oft nur normale Formvarianten sind, sollen „korrigiert“ oder gestützt werden.

 

Die Sinneszellen der Füße in Haut, Muskeln, Sehnen und Gelenken werden reflektorisch gereizt.

Material meist hart und homogen. Der Fuß wird auf eine starre Unterlage gestellt.

 

Kleine prallelastische Polster an bestimmten ausgetesteten Stellen regen die gesamte Körpermuskulatur an (Stimulation der Propriozeption).

Schwächung der Muskulatur durch passive Stützung.

 

Die Muskulatur wird neurophysiologisch angeregt zur Haltung und Bewegung. Die dynamischen und statischen Muskelketten des gesamten Körpers bis hin zur Kau- und Nackenmuskulatur werden harmonisiert.

Die Information des Barfußgangs wird unterdrückt.

 

Der Barfußgang wird imitiert und nach individueller Austestung verstärkt.