Mehr Komfort für Schwangere
Die Geburtsklinik im Kreiskrankenhaus Gummersbach hat am vergangenen Dienstag ihr neues Hebammenzimmer präsentiert. Künftig können werdende Eltern die Hebammensprechstunde in einem modernen, freundlich gestalteten Raum besuchen. Dort nehmen sich erfahrene Geburtshelferinnen Zeit, um Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt zu beantworten und geburtsvorbereitende Akupunktur anzubieten.
Der Förderverein des Mutter-Kind-Zentrums erfüllte mit der Umgestaltung einen lang gehegten Wunsch des Hebammenteams: Aus einem ehemaligen Patientenzimmer ist ein heller Behandlungs- und Besprechungsraum entstanden. Betten und Einbauschrank wichen einer neuen Ausstattung – darunter Sitzgruppe, warmfarbiger Anstrich, neuer Bodenbelag und als Highlight eine spezielle Liege für Schwangere.
„Die Liege ist unser Mercedes“, scherzten Chefärztin Dr. Anja Weishap, die Hebammen sowie der Aufsichtsratsvorsitzende, Landrat Jochen Hagt, bei der Vorstellung. Das Modell ist beheizbar, höhenverstellbar und verfügt über eine Aussparung für den Babybauch, sodass Schwangere auch in Bauchlage behandelt werden können. „Gerade bei Schmerzen im Lendenwirbelbereich ist das eine große Erleichterung“, erklärte Hebamme Meike Naumann-Steffen.
Insgesamt investierte der Förderverein knapp 11.000 Euro in den Umbau und die Ausstattung des Raums, wovon die Hälfte der Investition auf die Behandlungsliege entfällt. „Wir danken allen Spenderinnen und Spendern herzlich“, betonte die Vereinsvorsitzende Ina Albowitz-Freytag. Stellvertretend für die Unterstützer nannte sie Nadine Aumüller, Geschäftsführerin der Wiehler Firma Fercad Elektronik, sowie Maik Hensel, Geschäftsführer der Firma Bondke aus Gummersbach, die das Projekt gefördert haben. „Das Hebammenzimmer prägt den ersten Eindruck, den eine Schwangere von der Geburtsklinik hat – und dieser Eindruck sollte positiv sein“, so Albowitz-Freytag und die leitende Hebamme Sofia Mazzarelli.
Landrat Jochen Hagt dankte dem Förderverein ausdrücklich: „Die Finanzierung der Krankenhäuser ist nicht ausreichend, auch der finanzielle Spielraum der öffentlichen Hand wird knapper. Ein Förderverein ist daher ein großes Glück.“ Auch Sascha Klein, Geschäftsführer des Klinikum Oberberg, würdigte das Engagement: „Die kindernahen Bereiche im Krankenhaus sind eine Dauerbaustelle der Politik. Wir fühlen uns als kommunales Haus verpflichtet, diese wichtige Aufgabe anzunehmen, auch wenn sie sich wirtschaftlich nicht rechnet.“
Zugleich blickte die Klinikleitung in die Zukunft: „Wir planen ab Frühjahr 2026 die Eröffnung eines von Hebammen geleiteten Kreißsaals“, kündigte Dr. Anja Weishap an. Risikoarme Geburten sollen dort ausschließlich von Hebammen betreut werden – nach dem Prinzip „So wenig Medizin wie möglich, so viel wie nötig“. Für Notfälle stehen weiterhin alle medizinischen Möglichkeiten, die Frauenklinik sowie die Kinderklinik mit ihrer Frühgeborenen-Intensivstation, bereit.