Schmerztherapie auf Spitzenniveau: Kreiskrankenhaus Waldbröl überzeugt im bundesweiten Vergleich

Wer im Kreiskrankenhaus Waldbröl ein neues Knie- oder Hüftgelenk erhält, profitiert von einer Schmerztherapie auf Spitzenniveau. Dies belegt der bundesweite Qualitätsvergleich QUIPS. Anlässlich des Welttags der Anästhesie am Freitag, 16. Oktober, macht das Klinikum Oberberg auf die Bedeutung einer modernen Anästhesie und Schmerztherapie für die Genesung nach Operationen aufmerksam.
„Unsere Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie belegt gemeinsam mit der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Sporttraumatologie und Endoprothetik bei der Schmerztherapie rund um die Knie- und Hüftendoprothese die vorderen Plätze unter den mehr als 60 teilnehmenden Endoprothetik-Zentren“, berichtet Dr. Jörg Niehüser-Saran, Chefarzt der Anästhesie. Auch bei Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen schneiden die Waldbröler Anästhesie und Endoprothetik hervorragend ab.
„Der künstliche Kniegelenkersatz gilt als einer der schmerzintensivsten Eingriffe in der operativen Medizin“, weiß Dr. Niehüser-Saran. „Eine gute Schmerztherapie ist hier daher weit mehr als eine Frage des Komforts: Wer wenig Schmerzen hat, kann früher aufstehen, intensiver an der Physiotherapie teilnehmen und schneller wieder mobil werden.“ Zugleich sinkt das Risiko, dass sich akute Schmerzen zu chronischen Beschwerden entwickeln.
Patientinnen und Patienten bewerten die Schmerztherapie
Wie gut die Schmerztherapie nach einer Operation tatsächlich funktioniert, wird im Kreiskrankenhaus Waldbröl seit vielen Jahren systematisch überprüft. Dazu beteiligt sich das Krankenhaus am bundesweiten Projekt QUIPS (Qualitätsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie). Das von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und dem Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten (BDA) getragene Projekt wird am Universitätsklinikum Jena koordiniert. Ziel ist es, die Qualität der Schmerztherapie nach Operationen messbar zu machen und kontinuierlich zu verbessern.
Das Besondere an QUIPS: Bewertet werden nicht die Einschätzungen von Ärztinnen und Ärzten, sondern die Erfahrungen der Patientinnen und Patienten selbst. Sie werden am ersten Tag nach der Operation unter anderem zu ihrer Schmerzstärke in Ruhe und bei Belastung, zu Einschränkungen durch Schmerzen, zu Nebenwirkungen und zu ihrer Zufriedenheit befragt. Die Ergebnisse werden unter Berücksichtigung patientenbezogener Faktoren ausgewertet und anonymisiert mit denen anderer teilnehmender Kliniken verglichen. So können die Krankenhäuser erkennen, wo ihre Stärken liegen und an welchen Stellen Verbesserungen möglich sind.
„Dieses Ergebnis ist eine großartige Bestätigung für unser gesamtes Team“, sagt Dr. Niehüser-Saran. „Besonders freut uns, dass unsere Patientinnen und Patienten nicht nur wenig Schmerzen haben, sondern gleichzeitig selten unter Nebenwirkungen leiden. Das zeigt, dass gute Schmerzlinderung und gute Verträglichkeit Hand in Hand gehen.“
Enge Zusammenarbeit und moderne Verfahren
Hinter dem Erfolg steht ein konsequent interdisziplinärer Ansatz: Anästhesistinnen und Anästhesisten planen die Schmerztherapie gemeinsam mit Orthopädinnen und Orthopäden – von der Vorbereitung vor der Operation über den Eingriff bis zur ersten Mobilisation danach. Beide Fachrichtungen stimmen ihre Abläufe eng aufeinander ab, sodass jede Patientin und jeder Patient ein individuell angepasstes Schmerzkonzept erhält.
„Ein zentraler Baustein ist unsere hohe Expertise bei schmerztherapeutischen Nervenblockaden“, hebt der Chefarzt hervor. Dabei wird unter Ultraschallkontrolle ein örtliches Betäubungsmittel gezielt in die Nähe der Nerven gespritzt, die das operierte Gelenk versorgen. So lässt sich die Schmerzweiterleitung gezielt unterbrechen. „Mit der Folge, dass der Bedarf an starken Schmerzmitteln wie Opioiden deutlich sinkt – bei uns um fast 40 Prozent“, sagt Dr. Niehüser-Saran. Dadurch treten auch typische Nebenwirkungen dieser Medikamente wie Übelkeit, Erbrechen oder Benommenheit seltener auf.
„Ein neues Gelenk ist für viele Menschen der Schritt zurück in ein aktives Leben“, erklärt Dr. Niehüser-Saran. „Damit dieser Schritt gelingt, muss die Schmerztherapie von Anfang an stimmen. Die enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Sporttraumatologie und Endoprothetik ist dafür ein wichtiger Baustein.“
Das Kreiskrankenhaus Waldbröl nutzt die regelmäßigen QUIPS-Auswertungen, um seine Schmerztherapie kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die hervorragenden Ergebnisse finden inzwischen auch über die Region hinaus Beachtung. „Unsere Expertise wird mittlerweile sogar von anderen Zentren angefragt“, freut sich der Chefarzt.

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