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08.07.2026

Neue Elektrophysiologie in Waldbröl

Die Klinik für Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie am Kreiskrankenhaus Waldbröl erweitert ihr Leistungsspektrum: Aktuell wird dort erstmals eine eigenständige Sektion Elektrophysiologie etabliert. Mit Dr. Fuad Hasan gewinnt die Klinik einen erfahrenen Spezialisten, der als Sektionsleiter künftig die Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen verantwortet.

Damit schafft das Kreiskrankenhaus Waldbröl erstmals eine wohnortnahe Versorgung für kardiologische Patientinnen und Patienten im Oberbergischen Kreis, die bislang für entsprechende Eingriffe nach Köln, Bonn oder Lüdenscheid ausweichen mussten.

Dr. Hasan studierte Medizin an der Universität Erlangen-Nürnberg und war anschließend in Kliniken in Bad Berleburg und Lüdenscheid tätig. Zuletzt leitete er den Bereich Elektrophysiologie am Klinikum Lüdenscheid. Der Internist und Kardiologe verfügt über umfassende Expertise in invasiver Elektrophysiologie, interventioneller Kardiologie und Herzinsuffizienztherapie. In Waldbröl wird er den neuen Schwerpunktbereich strukturell und medizinisch aufbauen.

„Mit der Elektrophysiologie ergänzen wir unsere interventionelle Kardiologie um einen wichtigen Baustein“, betont Geschäftsführer Sascha Klein. „Wir freuen uns sehr, mit Dr. Hasan einen ausgewiesenen Experten für unser Haus gewonnen zu haben.“ Auch Prof. Vedat Tiyerili, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, zeigt sich begeistert: „Die neuen Möglichkeiten der Elektrophysiologie eröffnen uns neue Perspektiven in der Versorgung unserer Patientinnen und Patienten. Wir können jetzt Herzrhythmusstörungen direkt vor Ort behandeln und damit die Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten deutlich steigern.“ Prof. Tiyerili leitet die größte Klinik am Kreiskrankenhaus Waldbröl. Zusammen mit seinem Team versorgt er 4700 stationären Patientinnen und Patienten jährlich.

Herzrhythmusstörungen können harmlos, aber auch potenziell lebensbedrohlich sein. Besonders verbreitet ist das Vorhofflimmern: Bei über 80-Jährigen sind rund zehn Prozent betroffen. Doch auch jüngere Menschen können unter Rhythmusstörungen leiden. Eine häufige, meist gutartige Form ist die AVNRT (atrioventrikuläre nodale Reentry-Tachykardie), die sich durch plötzlich einsetzendes Herzrasen bemerkbar macht. Darüber hinaus behandelt Dr. Hasan auch angeborene Tachykardien sowie gefährliche Rhythmusstörungen infolge eines Herzinfarkts. „Ich bringe meine langjährige Erfahrung in der Behandlung aller Formen von Herzrhythmusstörungen mit nach Waldbröl“, so der neue Sektionsleiter.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf modernsten Katheterverfahren. Eins der beiden Herzkatheterlabore wurde in den vergangenen Wochen technisch ergänzt. „Es gibt eine neue bahnbrechende Technologie“, ist Dr. Hasan begeistert. Zum Einsatz kommt unter anderem die Pulsed Field Ablation (PFA), ein innovatives, nicht-thermisches Verfahren zur Behandlung von Vorhofflimmern. Dabei werden kurze, hochenergetische Stromimpulse eingesetzt, um krankhaftes Herzgewebe gezielt zu veröden – ohne Hitze oder Kälte. Das erhöht die Sicherheit, verkürzt die Eingriffsdauer und schont umliegende Strukturen. „Mit der PFA sind wir etwa 30 Minuten schneller als mit der klassischen Radiofrequenzablation“, erklärt Dr. Hasan.

Die bewährte Radiofrequenzablation (RFA) bleibt weiterhin Bestandteil des Therapiespektrums. Bei diesem etablierten Verfahren wird störendes Herzmuskelgewebe mittels punktueller Hitze verödet, um Herzrhythmusstörungen mit unterschiedlichen Ätiologien zu behandeln. Besonders bei medikamentenresistentem Vorhofflimmern kann die Ablation die Lebensqualität deutlich verbessern. „In Kombination mit dem modernsten 3-deminsionalen Mappingssystem bieten wir unseren Patientinnen und Patienten die bestmögliche Therapie an“, freut sich Dr. Hasan.

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