24.9.2026: Laienreanimation in der Woche der Wiederbelebung

Prüfen, rufen, drücken – im Ernstfall können wenige Handgriffe über Leben und Tod entscheiden. Wie einfach Laienreanimation sein kann, zeigen das Team der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Kreiskrankenhauses Waldbröl und der Rettungsdienst des Oberbergischen Kreises am Donnerstag, 24. September, von 7 bis 13 Uhr auf dem Viehmarkt in Waldbröl. Mit einem gemeinsamen Informations- und Aktionsstand beteiligen sie sich an der bundesweiten Woche der Wiederbelebung, die in diesem Jahr vom 21. bis 27. September stattfindet.
Im Mittelpunkt steht das Mitmachen: Besucherinnen und Besucher können unter fachkundiger Anleitung des Teams der Intensivstation die Laienreanimation praktisch üben und dabei ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen. Wie überprüfe ich, ob eine Person noch normal atmet? Wann muss ich den Notruf wählen? Und wie funktioniert eine Herzdruckmassage? Die Fachleute zeigen, worauf es ankommt, und geben Sicherheit für Situationen, in denen schnelles Handeln gefragt ist.
Dass diese Kenntnisse Leben retten können, zeigen die Zahlen: Nach Angaben des Deutschen Rats für Wiederbelebung erleiden in Deutschland jedes Jahr mehr als 120.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Ohne Herzdruckmassage können bereits innerhalb von drei bis fünf Minuten irreversible Schäden im Gehirn entstehen. Genau hier setzt die Woche der Wiederbelebung an: Sie möchte möglichst viele Menschen ermutigen, im Notfall nicht nur auf professionelle Hilfe zu warten, sondern selbst aktiv zu werden. Die drei entscheidenden Schritte lauten: Prüfen. Rufen. Drücken.
Einblicke in die Notfallmedizin
Doch am Waldbröler Viehmarkt geht es nicht nur um die Herzdruckmassage. Chefarzt Dr. Jorg Niehüser-Saran und sein Team geben Einblicke in die Arbeit der Intensiv- und Notfallmedizin und zeigen beispielsweise, wie eine Bronchoskopie in einer Notfallsituation durchgeführt werden kann. Besucherinnen und Besucher können dabei medizinische Verfahren und Geräte kennenlernen, die normalerweise hinter den Türen der Intensivstation zum Einsatz kommen.
Auch der Rettungsdienst des Oberbergischen Kreises macht Notfallmedizin unmittelbar erlebbar. Ein Rettungswagen kann aus nächster Nähe besichtigt werden. Das Team informiert über seine Aufgaben und die medizinische Ausstattung eines Rettungswagens und gibt zugleich Einblicke in die verschiedenen Berufsfelder im Rettungsdienst.
„Uns ist wichtig, den Menschen die Scheu vor der Wiederbelebung zu nehmen. Man muss kein medizinischer Profi sein, um im entscheidenden Moment helfen zu können“, sagt Dr. Jorg Niehüser-Saran, Chefarzt der Klinik für Intensiv- und Notfallmedizin am Kreiskrankenhaus Waldbröl. „Wer die grundlegenden Handgriffe einmal selbst ausprobiert hat, traut sich im Ernstfall eher zu, zu handeln. Genau dazu möchten wir mit unserer Aktion ermutigen.“
Die Woche der Wiederbelebung wurde 2012 vom Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten (BDA) und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) ins Leben gerufen. Bundesweit finden während der Aktionswoche Veranstaltungen statt, die das Bewusstsein für die Bedeutung der Laienreanimation stärken sollen.


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