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20.12.2023

Kinder aus Afghanistan operiert

Mit schweren Verbrennungen an den Händen kamen vor einer Woche die beiden Kinder Bilal und Morsal aus Afghanistan zu Dr. Jan Rafael Hohbach in die Klinik für Handchirurgie nach Gummersbach. Die beiden Kinder sind über die Hilfsorganisation Friedensdorf International in Deutschland. Ihre Eltern haben den kleinen Jungen und das elfjährige Mädchen der Hilfsorganisation anvertraut, damit die stark vernarbten Hände der Kinder behandelt werden können. Ohne Operation könnten sie die stark vernarbten Hände nicht mehr nutzen. Dr. Hohbachs Ziel: „Ich möchte den Kindern wieder die Funktion ihrer Hände ermöglichen. Sie sollen wieder greifen können.“

Dr. Hohbach ist Spezialist auf dem Gebiet der Handchirurgie und hat in der Vergangenheit schon mehrfach Kinder operiert, die im Friedensdorf in Dinslaken oder Oberhausen für die Zeit der Behandlung ein zu Hause gefunden haben. Die Kosten für den Krankenhausaufenthalt von Bilal und Morsal übernimmt der Lionsclub Oberberg. Morsal musste zweimal an der rechten Hand operiert werden. „Das sind aufwändige Operationen, weil wir die Narben entfernen müssen, dann die Sehnen verlängern, die Finger vorübergehend mit Drähten strecken und mit Haut aus der Leiste die offenen Stellen wieder schließen“, erklärt der Handchirurg. 

Fünf bis sechs Tage nach der Operation können die Kinder wieder ins Friedensdorf zurück, wo sie mit anderen Kindern zusammen wohnen. Morsal erzählt, dass sie im Friedensdorf Freundinnen gefunden hat, auf die sie sich nach der Woche im Krankenhaus freut. Der kleine Bilal, dessen Alter zwischen 5 und sechs Jahren geschätzt wird, saust mit seinem dicken Verband an der rechten Hand über die Kinderstation. Er schaut im Stationsstützpunkt bei den Kinderkrankenschwestern rein und flitzt dann weiter ins Spielzimmer. Bilal ist ein großer Fan von Pflegepraktikant Linus, denn der junge Mann nimmt sich viel Zeit für den kleinen Patienten. Die beiden spielen mit Autos und vertreiben sich die Zeit mit einem Memorie-Spiel, während Morsal sich mit einem Puzzle in ihr Zimmer zurückzieht.

„Wir wissen nicht, wie die Kinder die schweren Verletzungen erlitten haben“, berichtet Dr. Hohbach. Die Verletzungen an Bilals Hand sind vermutlich durch eine Schusswunde oder eine Explosion in der Hand entstanden. Die starken Kontrakturen und die Narben an Morsals Hand lassen die Vermutung zu, dass sie Verbrühungen mit Wasser oder Öl erlitten hat. Auch ihre beiden Füße sind von schweren Verbrennungen gezeichnet. Die Füße wurden bislang noch nicht behandelt. Dafür muss die Elfjährige in eine andere Klinik zu einem Spezialisten für Kinderfüße.

Mit dem Ergebnis der beiden Hand-Operationen ist Dr. Hohbach zufrieden und entlässt Morsal und Bilal nach einer Woche im Kreiskrankenhaus Gummersbach zurück ins Friedensdorf nach Dinslaken. „Dort wird dafür gesorgt, dass die Kinder Physiotherapie bekommen, um das Greifen zu üben.“ Ein Kontrollbesuch bei Dr. Hohbach ist nach Weihnachten geplant. Macht der Heilungsprozess gute Fortschritte, kann Bilal wieder zurück zu seiner Familie nach Afghanistan, während Morsal noch für die Operation ihrer Füße in Deutschland bleibt.

 

Die Hilfsorganisation Friedensdorf International bringt verletzte und kranke Mädchen und Jungen, die in ihren von Kriegen und Krisen heimgesuchten Heimatländern nicht behandelt werden können, für die Zeit der medizinischen Versorgung nach Deutschland. Zwischen den Krankenhausaufenthalten leben die Kinder in den beiden „Friedensdörfern“ Dinslaken und Oberhausen. Dank der Hilfseinsätze von Friedensdorf International haben die Mädchen und Jungen eine Chance zu überleben. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.friedensdorf.de

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