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22.05.2019

Schlaganfall erkennen und schnell handeln

Bei einem Schlaganfall kommt es auf schnelle Hilfe an, erklärte Prof. Franz Blaes in Wiehl den zahlreichen Besuchern, die dem Aufruf der Schlaganfall-Initiative Oberberg zu Gesundheitschecks und Info-Angeboten gefolgt oder spontan beim Einkaufen auf den roten Doppeldecker-Bus auf dem Rewe-Parkplatz aufmerksam geworden waren. Gerade die ersten Stunden sind entscheidend, um bei einem Schlaganfall nachhaltig helfen zu können. Das machten neben Neurologen des Kreiskrankenhauses Gummersbach auch der Rettungsdienst des Oberbergischen Kreises, Geschäftsführer und Neurologie-Chefarzt der MediClin Klinik Reichshof, die Selbsthilfebeauftrage der Dr.-Becker-Rhein-Sieg-Klinik, Vertreter der AOK Rheinland-Hamburg, der Lindlarer Diabetologe Michael Naudorf und die Oberberg Apotheke deutlich.

 

Die von Boehringer Ingelheim initiierte und in Kooperation mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sowie der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und vielen weiteren Partnern umgesetzte Aufklärungstour machte auf ihrer bundesweiten Tour auch in Wiehl Halt.Der Wiehler Bürgermeister Ulrich Stücker freute sich sehr, die Schlaganfall-Initiative Oberberg nach fünf Jahren Pause wieder in Wiehl zu begrüßen: „2014 war in Wiehl die Geburtsstunde der Schlaganfall-Initiative Oberberg, die damals erstmals rund um den Londoner Doppeldeckerbus für wichtige Aufklärung über die schnelle Hilfe beim Schlaganfall gesorgt hat“, sagte Bürgermeister Stücker. „2014 kamen die Patienten noch auffällig spät mit Schlaganfall-Symptomen in die Klinik“, berichtete Prof. Blaes. Die Lyse, eine medikamentöse Therapie zur Auflösung des Blutgerinnsels im Gehirn, war nur bei 6,5 Prozent der Patienten möglich. „Dank unserer gemeinsamen Aufklärungsarbeit in der Schlaganfall-Initiative liegt die Lyserate inzwischen bei 12 -13 Prozent“, sagte Prof. Blaes, der rund 1150 Schlaganfall-Patienten mit seinem Team im vergangenen Jahr behandelt hat. Das Verfahren kann nur in den ersten drei bis vier Stunden nach einem Schlaganfall angewendet werden und Folgeschäden wie Lähmungen verhindern. „Daher können wir nicht oft genug darüber aufklären, dass ein Schlaganfall ein Notfall ist. In jeder Minute, die ungenutzt vergeht, sterben Gehirnzellen ab.“ Sein Ziel sei eine Lyserate von 20 Prozent.

 

Dieses Ziel verfolgen in der Initiative auch die Kassenärztliche Vereinigung, die Reha-Kliniken im Kreis, der Oberbergische Kreis mit dem Gesundheitsamt und dem Rettungsdienst sowie die AOK Rheinland-Hamburg mit der Regionaldirektion Oberberg – Rhein-Berg - Leverkusen. „Die Krankheit erkennen und dann schnell auf einer spezialisierten Schlaganfall-Station, einer Stroke Unit, versorgt werden: darauf kommt es an“, betont der stellvertretende AOK-Regionaldirektor Ralf Laflör. „Es ist sehr wichtig, dass wir so vielen Menschen wie möglich die Frühwarnzeichen eines Schlaganfalls bekannt machen“, unterstrich auch der Chefarzt der Neurologie am MediClin Reha-Zentrum Reichshof, Dr. Jürgen Bonnert. „Wir behandeln rund 800 Patienten im Jahr, die mit den Folgeschäden zu kämpfen haben.“ Er behandle Risikofaktoren wie Diabetes und Bluthochdruck weiter und vermittle seinen Patienten einen gesunden Lebensstil, um weitere Erkrankungen zu verhindern.

 

Und wenn es dann doch passiere, könne man sich von einem Schlaganfall mit professioneller Hilfe und dem eigenen Willen auch wieder erholen, machte Ina Albowitz Betroffenen Mut. Die Kreistagsabgeordnete hatte selbst einen Schlaganfall erlitten. Unterstützung bieten auch die Schlaganfall-Selbsthilfe-Gruppe Wiehl an und die Schlaganfallhelfer, die in der Rhein-Sieg-Klinik in Nümbrecht ausgebildet werden.

 

Um Risikofaktoren wie Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht zu erkennen und mit den richtigen Mitteln zu verhindern, waren viele Besucherinnen und Besucher zum Schlaganfall-Infobus gekommen. Apothekerinnen, Diabetesberater, Mediziner und die Ernährungsberatung der AOK gaben viele hilfreiche Tipps. Im Minutentakt demonstrierten die Experten anhand eines Ultraschalls die Blutversorgung des Gehirns durch die Halsgefäße, boten Blutzuckertest, Blutdruckmessungen und BMI-Berechnungen an. „Die Wiehler Bevölkerung nimmt das Aufklärungsangebot sehr gut an“, freute sich Bürgermeister Stücker über das große Interesse.

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