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Zentrum für Altersmedizin

Interdisziplinäres Team behandelt Erkrankungen des Alters

Akutversorgung und Rehabilitationsbehandlung auf einer Station

Das Zentrum für Altersmedizin am Krankenhaus Gummersbach wurde 2018 gegründet. Zu unseren Aufgaben gehört die Versorgung und Behandlung von Patientinnen und Patienten, die meist älter als 70 Jahre sind. Diese Altersgruppe (und speziell die Patienten über 80 Jahre) leidet häufig an mehreren, meist chronischen Erkrankungen. Das typische Erkrankungsspektrum umfasst u.a. Schlaganfälle, Morbus Parkinson, Knochenbrüche (vor allem hüftgelenksnahe Frakturen), Herzleistungsschwäche.

Unser Fachwissen schließt auf Basis der Inneren Medizin und Neurologie Kenntnisse der verschiedenen Fachgebiete ein. Gemeinsam mit der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie, Hand-, Fuß- und Wiederherstellungschirurgie sowie dem Endoprothetikzentrum erfolgt die Versorgung hochbetagter Patientinnen und Patienten mit Unfallverletzungen. Die außergewöhnlichen Strukturen in unserem Haus ermöglichen es zudem, auch Patientinnen und Patienten mit herausfordernden Befunden und Einschränkungen (Teilbelastung nach Fraktur, komplexe Wundversorgung, Schluckstörung, Direktübernahme von Stroke-Unit, Dialysebehandlung) angemessen und umfassend zu versorgen.

Zusätzlich zur akutmedizinischen Diagnostik und Therapie bietet das Zentrum für Altersmedizin eine frühzeitig einsetzende, individuell abgestimmte Rehabilitationsbehandlung an. Diese Aufgabe wird von einem interdisziplinär arbeitenden Team aus geriatrisch erfahrenen Fachärzten sowie Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen und Sozialarbeitern erfüllt.

  • Speziell ausgebildetes Krankenpflegepersonal: Die Behandlung und Rehabilitation des geriatrischen Patienten erfolgt nach dem Konzept der aktivierenden Pflege, die entsprechend ausgebildete und geschulte Pflegekräfte erfordert. Die Aufgabe der aktivierenden Pflege besteht in der Umsetzung der therapeutischen Maßnahmen in den Alltag. Nicht die Übernahme, sondern die zeitintensive Anleitung und Unterstützung der Selbsthilfe der Patientinnen und Patienten steht im Fokus.
  • Die Physiotherapie verfügt über die besonderen (geriatrisch-) rehabilitativen Fertigkeiten zur Durchführung von Atemgymnastik, Beckenbodengymnastik, Gangschule und Gleichgewichtstraining, neurophysiologische Therapieformen (PNF, Bobath), manuelle Therapie der Extremitäten, Herz-Kreislauftraining, Osteoporose-Gymnastik, Parkinson-Training,
  • Die Ergotherapie überprüft und trainiert alltagsrelevante Fertigkeiten, unterstützt die neuropsychologische Grunddiagnostik und -therapie, behandelt Tonusstörungen der oberen Extremitäten und ist ebenfalls in der Gangschule und Gleichgewichtstraining erfahren.
  • Das Aufgabengebiet der Logopädie umfasst die Diagnostik und Therapie erworbener Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen. Dabei wird die Diagnostik der Schluckstörung ggf. endoskopisch (FEES, Flexible endoskopische Evaluation des Schluckakts)  unterstützt.
  • Die klinische (Neuro)Psychologie ist ein Fachgebiet, das sich u.a. mit der Diagnostik und Rehabilitation von Störungen höherer Hirnleistungen befasst. In Zusammenarbeit mit der Ergotherapie und Logopädie werden Fähigkeiten und Einbußen auf allen Ebenen diagnostiziert und insbesondere erhaltene Fähigkeiten zum Aufbau kompensatorischer Mechanismen genutzt.
  • Die Erfassung der sozialen Kontextfaktoren ab Beginn der Behandlung ist entscheidend für das Gelingen der Entlassplanung. Die Beratung von Patienten und Angehörigen berührt in der Regel sensible Bereiche familiärer und finanzieller Art und muss daher gleichzeitig einfühlsam aber rational erfolgen. Die Sozialarbeit vermittelt Hilfen zur Sicherung der Nachsorge in der ambulanten Krankenpflege, in der stationären Pflege und allen alternativen Wohnformen.
  • Zum erweiterten Kreis unseres Teams zählen Wundmanagement, familiale Pflege, Diabetesberatung, Schmerzdienst und Seelsorge.

Ziel ist, bedrohte oder verloren gegangenen Alltagsfertigkeiten wiederherzustellen und Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Die Therapieplanung basiert auf der eigenen Zielsetzung der Patientinnen und Patienten. Es besteht ein individueller Trainingsplan für das alltägliche Handeln. Der Blick des geriatrischen Teams gilt dabei nicht nur dem Patienten selbst, sondern auch seinen mit betroffenen Angehörigen.

Grundsätzlich kommen für das Zentrum für Altersmedizin Patientinnen und Patienten ab 70 Jahre in Frage (in Einzelfällen ab dem 60. Lebensjahr), die auf Grund eines komplexen Erkrankungsmusters für die Verbesserung oder Wiederherstellung ihrer Alltagskompetenz die akut-stationäre Behandlung durch ein interdisziplinäres Team benötigen. Ein erstes Screening findet dabei bereits in unseren Notaufnahmen statt. Hausintern erfolgen Aufnahmen in die Abteilung über Konsilanforderung. Alternativ können ärztliche Kollegen telefonisch mit dem Ärzteteam Rücksprache halten.

Der ärztliche Leiter der altersmedizinischen Station, Dr. med. Thorsten Schultheiß, ist Facharzt für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Geriatrie. Er verfügt über eine Weiterbildungsbefugnis über die komplette Dauer von 18 Monaten. Als Mitglied bei der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie ist er in der Arbeitsgruppe Neurologie vertreten, deren Schwerpunkt die Fortbildung aller in der Geriatrie tätigen Kolleginnen und Kollegen auf dem Gebiet der Erkrankungen des Nervensystems ist.