Die Gefäßmedizin hat sich den letzten Jahrzehnten zu einem komplexen Fachgebiet mit umfangreichen und differenzierten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten entwickelt. Eine adäquate Diagnostik und Therapie arterieller, venöser und lymphatischer Erkrankungen setzt heute ein hohes Maß an Wissen, Erfahrung und technischen Fertigkeiten der beteiligten Fachdisziplinen voraus.

Absehbare demographische Veränderungen werden zu einer deutlichen Zunahme von Patientinnen und Patienten mit Gefäßerkrankungen führen. In steigendem Maße werden dabei ältere Patientinnen und Patienten mit einer Vielzahl chronischer Erkrankungen und einer Fülle von Risikofaktoren im Vordergrund stehen, die eines interdisziplinären diagnostischen und therapeutischen Konzeptes bedürfen. Die Schaffung des Kompetenzzentrums für Gefäßmedizin im Oberbergischen Kreis ist eine konsequente Folgerung. Dabei wird über die stationäre Behandlung hinaus auch der Bereich der niedergelassenen Ärzte mit einbezogen.

Eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit in Diagnostik und Behandlung von Gefäßerkrankungen aller Art charakterisiert das hochspezialisierte Leistungsspektrum des Zentrums. Dieses reicht von der Hauptschlagader und den hirnversorgenden Arterien über die Eingeweideschlagadern und die Extremitätenarterien bis hin zu allen Erkrankungen des venösen Gefäßnetzes und des Lymphgefäßsystems.

Kernabteilungen in Kooperation >>

Kernabteilungen dieses Zentrums sind die

am Kreiskrankenhaus Gummersbach.

Wöchentliche Konferenzen, in denen strukturiert das individuelle Krankheitsbild eines jeden einzelnen Patienten von allen beteiligten Spezialisten besprochen wird, garantieren eine optimale, dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechende Behandlung.

Diese enge Kooperation hilft wesentlich Zeit zu sparen, Doppeluntersuchungen zu vermeiden und dem Patienten rasch ein speziell auf ihn zugeschnittenes Therapiekonzept anzubieten. Die Abläufe im Gefäßzentrum Oberberg unterliegen einem ständigen internen Qualitätsmanagement, um auch weiterhin den medizinischen Fortschritt und eine bessere Qualität in der Patientenversorgung zu gewährleisten.

Leistungsspektrum

Als einzige Klinik im weiten Umkreis bieten wir eine umfassende Diagnostik und Therapie aller Arten von Gefäßerkrankungen. Dabei werden operative, interventionelle (z.B. Ballonkatheterbehandlung) und konservative Therapieverfahren angewandt. Am häufigsten sind arteriosklerotische Veränderungen mit Einengungen und Verschlüssen der Gefäße oder  Durchblutungsstörungen in Armen oder Beinen in Folge einer Zuckerkrankheit. Auch eine möglicherweise lebensbedrohliche Erweiterung der Hauptschlagader oder anderer größerer arterieller Gefäße (Aneurysma) wird in unserer Klinik  therapiert, wobei auch moderne, sogenannte endovaskuläre Verfahren eingesetzt werden. Neben der Diagnostik und Therapie bieten wir die Möglichkeit zu ergänzenden Präventionsmaßnahmen, wie Gefäßsportgruppen, an. Kontrolluntersuchungen können nach Absprache mit den Hausärzten ambulant in den jeweiligen Ambulanzen erfolgen.

Einer der wichtigsten Aspekte ist die Organisation der Notfallversorgung. Die fachspezifische Versorgung ist rund um die Uhr gewährleistet. Darüber hinaus besteht durch die direkte Zusammenarbeit mit der Neurologie die Möglichkeit, Schlaganfallpatienten, insbesondere mit neurologischen Defiziten, sofort zu verlegen. Mit der Kombination von angiologischer, gefäßchirurgischer und radiologischer Diagnostik und Therapie strebt das Gefäßzentrum gemeinsam mit den Kooperationspartnern danach, den individuellen Bedürfnissen eines gefäßerkrankten Patienten gerecht zu werden.

Wir verfügen über sämtliche apparative Möglichkeiten, um diesen Aufgaben auf dem neusten Stand der Technik gerecht zu werden. So stehen neben hochmodernen Operationssälen ein  Angiographie-Arbeitsplatz (Röntgenanlagen zur Gefäßdiagnostik und Katheterbehandlung) und ein Computertomographie-Gerät (CT) 24 Std. zur Verfügung.

Diagnostik und Therapie

Diagnostik

  • Ultraschalluntersuchungen aller Gefäßregionen, inklusive  
    Duplex- Sonographie
  • Funktionsuntersuchungen der Arterien und Venen (Elektronische 
    Oszillographie, Lichtreflexionsrheographie, Venenverschlußplethysmographie,
    transkutane Sauerstoffmessung)
  • 40 Zeiler CT-Angiographie (nicht-invasive Darstellung aller Gefäßregionen,  inklusive der Bauchaorta bei Aneurysma)
  • Digitale Subtraktionsangiographie = DSA (Gefäßdarstellung mittels Katheter), ambulant oder stationär
  • Phlebographie (Venendarstellung an Bein oder Arm), ambulant oder stationär

Therapie

  • Stationäre Behandlung arterieller und venöser Erkrankungen (Durchblutungsstörungen, Raynaud-Syndrom, Venenthrombosen, Unterschenkelgeschwüre etc.)
  • Behandlung des diabetischen Fußsyndroms und der Lymphgefäßerkrankungen (Lymphödem etc.)
  • Ballondilatation = PTA  (Gefäßerweiterung oder Gefäßöffnung bei Durchblutungsstörungen)
  • Stentimplantation in allen Gefäßregionen, auch bei Stenosen der Nierenarterien
  • lokale Lyse (örtliche Auflösung von Gefäßthrombosen)
  • Wiederherstellung der hirnversorgenden Strombahn: Ausschälplastiken offen chirurgisch (TEA/EEA)
  • Aorta und Becken-Bein - Strombahn: interventionell mit: Ballonkatheter Stentimplantation (IOTA), offen chirurgisch mit : Y– und Rohrprothesen, Kunststoff- und Venenbypässen, Ausschälplastik (TEA)
  • Erweiterung der Aorta und Becken-Bein -Strombahn: interventionell mit :   Stentprothesenimplantation (EVAR), auch im Notfall, offen chirurgisch mit: Y– und Rohrprothesen, Kunststoff- und Venenbypässen
  • Bei Krampfaderleiden: Mündungsklappenunterbindung mit Venenstripping der Stammgefäße und Seitenastentfernung 
  • Portimplantation, ambulant und stationär
  • Schrittmacherimplantation, ambulant und stationär