Im HNO des Klinikum Oberberg werden modernste Untersuchungstechniken und das komplette Spektrum konservativer und operativer Therapieverfahren eingesetzt.

Bei manchen Menschen sind die Verbindungsgänge der Nasennebenhöhlen durch eine Verkrümmung der Nasenscheidewand (Septumdeviation) oder durch Nasenpolypen so eng, dass sie ständig an Nasennebenhöhlenentzündungen leiden. Wenn die verschiedenen konservativen Behandlungsmöglichkeiten erfolglos bleiben, kann bei einer chronischen Sinusitis häufig nur eine Nasennebenhöhlensanierung unter Vollnarkose, meist in Kombination mit Begradigung der Nasenscheidewand (Septumplastik) und Nasenmuschelchirurgie, dem Patienten Linderung verschaffen. Auch Tumore der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen machen eine Operation erforderlich.

Das Gesicht, die Nase und die Nasennebenhöhlen sind ein komplexes Areal, das in direkter Nähe zu wichtigen Gefäßen, Nerven, den Augen und dem Gehirn liegt. Bei operativen Eingriffen in diesem Bereich ist daher äußerste Präzision gefordert. Aus diesem Grund setzen wir seit 2003 das computergestützte Navigationssystem der Firma BRAINLAB ein. Mit Hilfe dieser Behandlungsmethode können wir viel genauer operieren als mit herkömmlichen Techniken. Für den Patienten bedeutet dies ein erhöhtes Maß an Operationssicherheit und verbesserte Ergebnisse. Da wir mit dem Navigationssystem den Eingriff außerdem so klein wie möglich halten können, ist er für den Patienten wesentlich schonender und der Heilungsprozess verläuft schneller.

Weitere Informationen zur computergestützten Navigation finden Sie hier: Navigationssystem CAS

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Operationstechnik Nasennebenhöhlenchirurgie

Ziel eines operativen Eingriffs an den Nasennebenhöhlen ist es, den krankhaften Prozess von der Nase aus zu sanieren und dabei die Funktion von Nase und Nasennebenhöhlen möglichst wenig zu beeinträchtigen. Hierzu werden optische Hilfsmittel wie Mikroskop, Endoskop (FESS) und CAS eingesetzt. Je nach Befund werden Engstellen der Kieferhöhlen, der Siebbeinzellen, der Keilbeinhöhlen und der Stirnhöhlen gezielt erweitert, entzündliche Prozesse ausgeräumt und gesunde Schleimhaut weitgehend erhalten. Zusätzlich erfolgt, bei entsprechender Pathologie, eine Begradigung der Nasenscheidewand (Septumplastik) bzw. eine Nasenmuschelverkleinerung (s.u.). Bei Beendigung der Operation werden weiche Fingerling-Tamponaden in die Nasenhaupthöhle platziert, welche in der Regel nach zwei Tagen entfernt werden.

Gegebenenfalls ist eine postoperative Kortisontherapie zur Rezidivprophylaxe erforderlich. Diese wird, je nach Befund, in Form von Tabletten in absteigender Dosierung oder als Nasenspray appliziert. Im Falle einer bekannten Aspirin-Intoleranz führen wir eine ASS-Desaktivierung im Intervall von ca. 1 Monat durch.

Operationstechnik Septumplastik

Bei der Nasenscheidewand-Operation wird durch einen Schleimhautschnitt der Zugang zum Nasenscheidewandknorpel geschaffen. Die schiefen knorpeligen und knöchernen Anteile der Nasenscheidewand werden entfernt. Nach Stellung der Nasenscheidewand in die Mitte kann das entnommene, begradigte Material aus der Nasenscheidewand zur Rekonstruktion wieder eingesetzt werden. Zur Stabilisierung der neu rekonstruierten Nasenscheidewand werden beidseits schleimhautfreundliche Silikonfolien an die Nasenscheidewandschleimhaut gelegt, die mit Fäden zusammengehalten werden. Diese Nasenscheidewand-Stützfolien werden bei Routineeingriffen vier Tage belassen, in speziellen Fällen länger. Sollte eine Nasenmuschelchirurgie erforderlich sein, wird diese nach der Begradigung der Nasenscheidewandkorrektur durchgeführt. Anschließend erfolgt eine weiche Nasentamponade beidseits.

Nach der Operation >>

Nasenpflege nach einer Nasenoperation ist wichtig

Nach der Entfernung der Nasentamponade (Detamponade), in der Regel am 2. Tag nach der Operation, kann mit der Nasenpflege begonnen werden. Direkt nach der Detamponade wird weiche Nasensalbe in beide Nasengänge gegeben, damit die Nasenschleimhaut nicht mit dem Nasensekret und Restblut in der Nasenhaupthöhle Krusten bildet. Um Krustenbildung vorzubeugen und zu vermindern, erhalten unsere Patienten regelmäßige Nasenpflege durch unsere Ärzte. In der Regel bleiben die Patienten nach der Operation noch fünf Tage in der Klinik. Während dieser Zeit werden sie von unseren Ärzten über die weitere Nachsorge aufgeklärt. Besonders wichtig ist das Durchführen von Nasenspülungen mit Salzwasser.

Weiche Nasensalbe und Nasenspülungen mit Salzlösung

Nach der Entlassung sollte die Nase regelmäßig weiter gepflegt werden. Dazu gehören 1. weiche Nasensalbe (z. B. Bepanthensalbe) und 2. tägliche Nasenspülungen mit Salzwasser. Die Salzlösung kann mit speziellen Salzen (Emser-Salz) und abgekochtem Leitungswasser hergestellt werden, doch auch einfaches Kochsalz erfüllt die gleiche Wirkung (Mischungsverhältnis: 1 Teelöffel Salz auf 1/2 Liter Wasser). Zuviel Salz trocknet nämlich die Nasenschleimhaut wieder aus. In der Apotheke werden rezeptfrei Nasenduschen zum Kauf angeboten. Wer mag, kann aber auch das Wasser in die hohle Hand oder in eine Schale nehmen und durch Zuhalten eines Nasenlochs das Salzwasser durch das andere Nasenloch hochziehen. Diese Prozedur sollte mindestens einmal am Tag für mehrere Wochen durchgeführt werden.

Nachsorge

In der Regel werden alle Patienten zwei Wochen nach der Operation weiter in unserer Ambulanz betreut. Bei Bedarf kann die Nachsorge darüber hinaus verlängert werden.